Karneval -

was man darüber wissen sollte!

 

Der Karneval / Fasching und seine Bedeutung:

Jeder hat es schon mal gehört! Karneval, Fasching, Fasnet! Entweder man liebt diese „neumodische Erscheinung“ oder man hasst sie! Aber was genau ist das eigentlich?

Wenn man das Internet nach dem Karneval und seiner Bedeutung durchforstet, kommt man immer wieder auf folgende Erklärung: „Als Karneval werden Bräuche und Feste bezeichnet, in der man ausgelassen feiert, bevor die 6-wöchige Fastenzeit beginnt.“

Hierfür gibt es natürlich Bräuche, die je nach Region unterschiedlich gefeiert werden. Während in unserer Heimat, in Süddeutschland, das Verkleiden mit Kostümen (Häs) und Masken und auch die Musik eine große Rolle spielt, gibt es in anderen Teilen der Welt ganz andere Bräuche.

Die Geschichte des Karnevals / Faschings:

So neumodisch ist diese Erscheinung gar nicht, denn bereits vor 5.000 Jahren wird Karneval das erste mal erwähnt. In einer babylonischen Inschrift ist von einem 7-tägigen Fest die Rede, an dem nach Neujahr ausgelassen gefeiert wurde.

Egal in welche Kulturen man schaut, diese ausgelassenen Feste wurden immer wieder mit dem Erwachen des Frühlings, bzw. dem Vertreiben des Winters in Verbindung gebracht.

Bis zum 13. Jahrhundert bezog sich Fasching auf den Vorabend vor Aschermittwoch, also den Faschingsdienstag. Ab dem 13. Jahrhundert wurde diese Zeit dann vom Donnerstag vor Aschermittwoch bis zum Vorabend des Aschermittwochs ausgedehnt.

Das Wort Karneval leitet sich ursprünglich im Mittelalter von „carnelevale“ ab, was übersetzt so viel heißt wie „bezüglich Fastenzeit bevorstehende Fleischwegnahme“. Fasching leitet sich von „Vaschanc“ ab. Ein Vaschanc bezeichnete im 13. Jahrhundert einen Ausschank eines Fastentrunks. Jedoch gibt es auch noch viele andere Bezeichnungen: Fasnet, Fasenacht (oder Fassenacht), Faslam, Faseleer, Fastelovend, Fassend oder Fosnet.

Unterschied zwischen Karneval und Fasching / Fasnet:

Während Fasching eher in der schwäbischen, bayrischen und österreichischen Region gefeiert wird, wird Karneval heutzutage primär im Rheinischen (Köln und Düsseldorf) oder Übersee in Rio gefeiert.

Mit Fastnacht wird heute meist die schwäbisch-allemannische Fasnet gemeint, welche in manchen Brauchtumsvereinigungen organisiert sind, während beim Fasching einfach nur Prinzessinnen, Cowboys, Piraten und Clowns ihren Spaß haben wollen – ohne Rücksicht auf die Tradition.

Karnevalistische Vereinigungen / Narrenverbände:

Seit 1920 gibt es Narrenzünfte. Zwar gab es diese schon vor dem 1. Weltkrieg, allerdings versuchte man diese nach dem unschönen Ende des 1. Weltkrieges zu umgehen. Nachdem kurzfristig Faschingsverbote ausgesprochen wurde, versuchte man die Karnevalszeit zum Brauchtum umzudeuten – was bis heute mit Erfolg praktiziert wird.

Mittlerweile sind die einzelnen Narrenzünft auch zu Narrenverbänden zusammen geschlossen. Die größten im süddeutschen Raum sind: der LWK (Landesverband Württembergischer Karnevalvereine), der ANR (Allemannischer Narrenring), ADR (Narren der Alb-Donau-Region), VFOR (Vereinigung freier oberschwäbischer Narrenzünfte).

Fasching heute:

Egal ob in der rheinischen Gegend oder bei uns im Süden, heutzutage beginnt die 5. Jahreszeit am 11.11. um 11:11 Uhr. Die Aktivitäten steigern sich schrittweise mit Inthronisationen und Eröffnungspartys. Ab dem 6. Januar, ab diesem Tag dürfen die Hästräger auch ihr Häs und die Masken tragen, finden dann Faschingsumzüge statt.

Prunksitzungen und Faschingsbälle werden auch regelmäßig gefeiert, bevor es dann ab Donnerstag vor Aschermittwoch (Weiberfasching, Schmotziger Donnerstag oder auch Glompiger Donnerstag genannt) in die heiße Endphase geht. In der Nacht zum Aschermittwoch um Punkt Mitternacht endet der Fasching. Prinzessinnen müssen sterben, Häser werden eingemottet und die Fastenzeit beginnt.

In manchen Regionen wird zum Vertreiben des Winters das Funkenfeuer veranstaltet, bei dem mit musikalischer Umrandung eine „Hexe“ auf einem Scheiterhaufen verbrannt wird. Ein weiteres symbolisches Zeichen dafür, dass die ausgelassene Faschingszeit vorbei ist und man sich während der Fastenzeit auf das besinnliche Osterfest vorbereitet. Die Hexe wird ebenfalls verbrannt, um den Winter auszutreiben.

Was muss man sonst noch über die 5. Jahreszeit wissen ?

Warum beginnt eigentlich am 11.11. der Karneval, aber nicht die Fasnet? Böse Zungen mögen behauten, es gäbe kein Unterschied. Aber den gibt es sehr wohl! 

Im süddeutschen Raum orientiert man sich eher nach der katholischen Kirche, in der die Zeit vor Weihnachten und dem Jahreswechsel genau so heilig ist, wie die 40tägige Fastenzeit nach Aschermittwoch. Dies hat zur Folge, dass die Masken und das Häs erst am Dreikönigstag abgestaubt werden und zum Einsatz kommen.

Ein weiterer Grund mag sein, dass die Zahl elf als unchristlich gilt. Sie ist um eins größer als die Zehn Gebote und um eins kleiner als die 12 Jünger Jesu. Und davon möchten die Gläubigen natürlich Abstand nehmen.